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150 Jahre Londoner U-Bahn

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Eine heiße Hassliebe der Londoner besteht seit 150 Jahren: Im Januar 1863 dampfte die erste U-Bahn der Welt von Paddington nach Farrington. Bereits damals nahmen 40.000 Menschen pro Tag die abenteuerliche Fahrt durch den Untergrund auf sich, um dem zähen Verkehr über der Erde zu entkommen. Heute sind es an einem normalen Werktag um die 3,3 Millionen Menschen. Doch alles hat seinen Preis.


Diagnose: Metropolitan Railway! Die Apotheker und Ärzte in London mussten zu Gründungszeiten der Londoner U-Bahn viele Patienten versorgen, die völlig geschockt aus der ersten verlegten „tube“ – der Röhre – kamen. Schließlich wurden diese Röhren im 19. Jahrhundert ohne Lüftungsschächte konstruiert und die ersten U-Bahnen fuhren mit Dampf. „Dazu kommen die vielen Pfeife rauchenden Fahrgäste“, klagte ein Fahrgast gegenüber seinem Apotheker, nachdem er seine Jungfernfahrt unter Atemnot, Schweißausbrüchen und größter Hitze überstanden hatte. Zur Behandlung gab es ein Glas Wein und den Trost, dass er tagtäglich nicht der einzige sei.

Heute müssen die Fahrgäste nach einer Fahrt mit der tube in der Regel nicht mehr zum Arzt. Es sei denn, sie haben die Warnung „Mind the gap!“ nicht beachtet und sind mit dem Fuß in die Lücke zwischen Zug und Bahnsteigkante geraten. Etwa 80 Verletzte gibt es im Londoner Untergrund deshalb jedes Jahr – obwohl die Warnung tagtäglich an den 270 Stationen zehntausende Mal ausgerufen wird. Doch die Hassliebe bezieht sich im Alltag auch vielmehr auf überfüllte, unpünktliche und überalterte Züge, die ihre Fahrgäste gerade in den Röhren aus viktorianischen Zeiten immer noch unter großer Hitze transportieren. „Die Sauna ist im Fahrpreis inklusive, die Handtücher nicht!“, teilte ein Stationssprecher den schwitzenden Fahrgästen mit. Deshalb hat die Regierung bis zum Jahr 2036 die Summe von 16 Milliarden Pfund bereitgestellt, um die tube auf Vordermann zu bringen.

Doch zur Hassliebe gehört auch eine große Portion Liebe. Schließlich ist die tube mit dem weltweit bekannten Symbol mehr als ein Fortbewegungsmittel. Mit ihren aktuell 402 Schienenkilometern hat sie erheblich zur Stadtentwicklung beigetragen. Ohne die unterirdische Verbindung wären die Vorstädte niemals so schnell gewachsen: In Morden lebten 1926 zur Eröffnung der Northern Line 1000 Menschen. Fünf Jahre später waren es 12.600. Und neben all der Pendelei und Stadtentwicklung gehört ja auch dazu, dass die tube ein großes Stück Geschichte, etwas Folklore und wortwörtlich Schutz geboten hat. Schließlich dienten die unterirdischen Röhren im Zweiten Weltkrieg als Schutzbunker vor den Bomben der Nazis.

Und nicht zu letzt sind ja auch die 150 Jahre der U-Bahn selbst eine Erfolgsgeschichte. Zu Gründungszeiten wurde noch davor gewarnt, mit dem Zug unter der Erde in Richtung Hölle zu fahren. Die Zeitung The Times appellierte an den „gesunden Menschenverstand“ und zur feierlichen Eröffnung ließ sich der damalige Premier Lord Palmerston entschuldigen, weil "er noch mehrere Jahre über der Erde" verbringen wolle. Heute ist die Fahrt mit der tube für Touristen – und Pendler – ein Muss und bei allen Problemen: Zu den Olympischen Spielen 2012 lagen die Ausfälle und Störungen auf einem niedrigen Niveau und an Spitzentagen wurden vier Millionen Fahrgäste befördert. Unter diesen waren beispielsweise auch Jugendliche von Zebra-Tours, die ihren Sprachaufenthalt im Sommer 2012 mit olympischem Flair der Metropole genießen konnten (16.01.2013).